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Musik im April

Wenn die Ankündigung für ein Konzert im April folgt, dann bin ich sicher nicht die einzige, die sich darauf freut und gespannt darauf ist, was unsere Schülerinnen und Schüler einstudiert haben.

Aber davor steht harte Arbeit, bis es endlich losgehen kann. Die auftretenden Künstlerinnen und Künstler üben fleißig, sind nervös und angespannt - die Musikkolleginnen und -kollegen wahrscheinlich ebenso -, das Technikteam konzipiert den Aufbau und probiert verschiedene Beleuchtungsvarianten aus, flucht über manche Unzulänglichkeiten vor Ort, die 5. Klassen erstellen eifrig mit Frau Töllner die Dekoration, die dieses Mal ganz im Stil des beginnende Frühlings gehalten war, - alle sind mit Herz und Seele dabei und das merkte man spätestens dann, als die ersten Akkorde der Disney Parade aus den Instrumenten des Orchesters unter Leitung von Daniela Göldner erklangen.

Die fröhliche Titelmelodie des amerikanischen Mickey Mouse Clubs stammt aus der Feder von Jimmy Dood, seines Zeichens Liedermacher und erster Moderator und „Chef-Mousketeer“ der beliebten Fernsehsendung, die in den 50er Jahren erstmals lief. Ein weiterer Part der ersten Darbietung des Orchesters war „Supercalifragilisticexpialidocious“ aus dem gleichnamigen Lied im FilmmusicalMary Poppins“ der Walt Disney Productions. Das Lied wurde von Richard M. Sherman verfasst und zum ersten Mal 1964 von den Schauspielern Julie Andrews und Dick van Dyke in besagtem Musical gesungen. Den letzten Teil, vor der Ansprache des Schulleiters Alexander Schröder, bildete der Song „Zip-a-Dee-Doo-Dah“ von Allie Wrubel und Ray Gilbert, der 1946 veröffentlicht wurde. 1948 erhielt er sogar den Oscar in der Kategorie Bester Song und das American Film Institute nahm ihn in die Liste der 100 Songs – Amerikas beste Filmsongs auf.

Herr Schröder begrüßte nach der Disney Parade das zahlreich erschienene Publikum und leitete – auf die momentanen, äußerst komplizierten Brexit-Verhandlungen anspielend – zu den Songs der aus Großbritannien  stammenden, 1970 gegründeten Rockband „Queen“ über, die mit ihrem „Gassenhauer“ „We are the Champions“, der von Liedsänger Freddie Mercury komponiert wurde, weltberühmt wurde. Aber auch Brian Mays „We Will Rock You“ und John Deacons „Another One Bites the Dust“ wurden vom Orchester des EGG intoniert und erhielten großen Beifall.

Von England ging es ins Tessin mit dem Kinderlied „L'inverno se n'è andato“, das das Vokalensemble der Unterstufe unter Leitung von Irene Schwinghammer als ersten Song zum Besten gab. Danach folgte ein Lied, das wohl schon jeder einmal gesungen hat: „Wenn ich ein Vöglein wär“, - ein deutsches Volkslied, dessen Text in der heute bekanntesten Fassung von Johann Gottfried Herder stammt, komponiert wurde es von Robert Schumann, der Komponist, Musikkritiker und Dirigent des 19.Jahrhunderts war. Schumann zählt heute zu den bedeutendsten Komponisten der Romantik. Die  letzte Darbietung der jungen Künstlerinnen und Künstler stammte aus der Feder von Cy Coleman, einem US-amerikanischen Komponisten und Jazz-Pianisten. „The Rhythm of Life“ wurde mit großem stimmlichen Einsatz und sichtbarer Freude auf den Gesichtern der Kinder vorgetragen. Der Lohn: langanhaltender Applaus der Zuhörerinnen und Zuhörer.

André Hartmann, der die Moderation des Abends übernommen hatte, kündigte danach den Lehrer_innenchor an, der unter der Leitung von Benedikt Ruf drei Lieder unterschiedlichster Provenienz vortrug. Den Anfang bildete „Weep, O Mine Eyes“, ein Madrigal aus der Feder des britischen Komponisten John Bennet, das bereits im Jahr 1599 entstand. Ein Madrigal ist ein mehrstimmiges Vokalstück meist weltlichen Inhalts und eine wichtige musikalische Gesangsform der Renaissance und des Frühbarocks. Danach folgte „Bourrée for W.A.“, ein Stück von Johann Georg Leopold Mozart, dem Vater von Wolfgang Amadeus. Die Bourrée war ursprünglich ein barocker Hoftanz im schnellen 2/2-oder Allabreve-Takt, der seit dem späten 16. Jahrhundert bekannt war. Um 1660 am Hofe Ludwigs XIV. kam der Tanz wirklich in Mode und fand von da aus im übrigen Europa Verbreitung. Benedikt Ruf hatte für dieses Stück die Bearbeitung von Henry O. Millsby gewählt. Den Abschluss der Darbietung des Lehrer_innenchors bildete ein Lied von Leo Mathisen, einem dänischen Jazzpianisten, Sängers, Arrangeurs und Komponisten des 20. Jahrhunderts: „To Be Or Not To Be“. Wie André Hartmann richtig bemerkte, geht es gerade auch in Großbritannien um diese Frage, die wohl durch William Shakespeare weltberühmt wurde.

Anschließend wurde von André Hartmann ein besonderes „Schmankerl“ angekündigt, was man – laut seinen Worten – nicht jeden Tag geboten bekommt: Der Auftritt von Manuel Schubert an der Gitarre und Maxim Burtsev am Klavier und später noch am Bass. Die beiden Schüler der Q12 und Q11 hatten für ihre Darbietung zuerst das Stück „Spain“ von Chick Corea, dem bekannten US-amerikanischen Musiker aus Massachusetts, der zu den bedeutendsten zeitgenössischen Jazz-Pianisten und -Komponisten zählt, gewählt. Das lebhafte Stück erschien 1973 auf Chick Coreas bahnbrechendem Album „Light As A Feather“ und hat den Status eines Jazz-Fusion-Klassikers erreicht. Das zweite Stück „Oh Yeah“ war aus der Feder von John Antonopoulos, ebenfalls aus Massachusetts stammend und gemeinhin bekannt als Johnny A.. Manuel und Maxim begeisterten das Publikum mit ihrer lässigen, jedoch äußerst präzisen Spielweise und ihrem coolen Auftreten. Begeisterter Applaus, der lange anhielt!

Als Special-Guest wurde Martin Wild, seines Zeichens Biologie- und Chemielehrer am EGG, an der Trompete angekündigt, der das Vokalensemble unter Leitung von Benedikt Ruf bei der Darbietung des Songs „A Sunday Smile“ der Folkband Beirut um den Sänger Zach Condon aus dem 2007 erschienen Album „The Flying Club Cup“ begleitete. Danach folgte erneut ein weiterer Song aus der Feder eines Briten, dieses Mal von Ed Sheeran, der mit „Shape Of You“ 2017 nicht nur in zahlreichen Ländern Platz 1 der jeweiligen Singlecharts erreichte, sondern 2018 bei den Grammy Awards den Preis in der Kategorie Best Pop Solo Performance erhielt. Bleibt die Frage: Wer hatte diesen Song noch nicht im Radio gehört? Aber live ist er einfach besser, - vor allem, wenn alle Künstlerinnen und Künstler so gefühlvoll bei Text und Musik mitgehen.

Indira Da Silva Henschel, die auch im Vokalensemble mitwirkte, trat danach, unterstützt von Manuel Schubert an der Gitarre, mit einem Solo auf. Sie hatte „Let It Go“ aus dem 2015 erschienenen Album „Chaos And The Calm“ von James Bay, einem britischen Singer- und Songwriter, gewählt. Besonders der Refrain wird wohl allen Zuhörern in Erinnerung bleiben: „Come on, let it go, just let it be, why don't you be you, and I'll be me, and I'll be me“. Eine wunderbare Darbietung der Schülerin aus der Q11, die zusammen mit ihrem Begleiter sehr viel Beifall erntete.

 

André Hartmann kündigte danach das P-Seminar Popchor unter der Leitung von Daniela Göldner an. Der erste Song des Chors, „A Million Dreams“, stammte aus dem Film „The Greatest Showman“. Die beiden Filmkomponisten Benj Pasek und Justin Paul hatten für andere Kompositionen, zum Beispiel für „La La Land“, einen Oscar erhalten, - hätten wir an diesem Abend Oscars zu vergeben gehabt, wäre sicherlich einer an das P-Seminar gegangen, denn so viel Verve, Enthusiasmus und Freude, die man auf der Bühne sehen konnte, gefiel dem Publikum ausnehmend gut. Die zweite Darbietung stammte aus der Feder der neuseeländischen Sängerin Lorde, bürgerlich Ella Marija Lani Yelich-O’Connor, und ihrem Kollegen Joel Little. „Royals“ passte genau zu der von Alexander Schröder begonnenen und von André Hartmann immer wieder aufgegriffenen Anspielung auf die aktuelle Situation in Großbritannien.

 

Als letzter Programmpunkt war die Schulband genannt, - und darauf freuen sich immer alle sehr, denn die dynamische Art von Franz Jetzinger als Dirigent der jungen Künstlerinnen und Künstler reißt alle mit. Und genau das wurde gleich mit dem ersten Song, „Tequila“ erreicht, denn das Publikum wiederholte begeistert den Refrain. „Tequila“ ist ein 1958 entstandenes, mexikanisch angehauchtes Rock and Roll-Instrumental, das von Daniel Flores komponiert wurde. Daniel Flores, der unter seinem Künstlernamen Chuck Rio weltbekannt wurde, spielte selbst Saxophon und nahm den Nummer-eins-Hit „Tequila“ mit seiner Band „The Camps“ auf. Auch die zweite Darbietung war ein „Ohrwurm“, erneut aus der Feder eines Briten, nämlich von keinem Geringeren als Sir Elton Hercules John. Den Text zu „Can You Feel The Love Tonight“ schrieb Sir Timothy Miles Bindon „Tim“ Rice. Der Song stammt aus dem Disney-Zeichentrickfilm „Der König der Löwen“ aus dem Jahr 1994 und gewann 1995 den Oscar für den besten Filmsong. Das Lied beschreibt die Beziehung zwischen der Hauptfigur Simba und seiner Jugendliebe Nala, die sich nach vielen Jahren wiedersehen. Lena Hennevogel intonierte diese gefühlvolle Ballade hingebungsvoll und erntete dafür, zusammen mit den sie begleitenden Mitgliedern der Schulband, großen Applaus. Im Hintergrund der Turnhalle dienten die Lampen der Handys der anwesenden Schülerinnen und Schüler als romantische Untermalung, - auch wenn der Handygebrauch an der Schule untersagt ist, hier war er wunderbar stimmungsvoll.

 

Mit „The Preacher Man“, einem Gospelrocksong des amerikanischen Komponisten und Arrangeurs Jim Swearingen, beendete die Schulband einen gelungenen musikalischen Abend, der noch lange nachhallen wird.

 

Ein großes Dankeschön gilt allen Mitwirkenden vor, hinter und auf der Bühne! Es war eine schöne Einstimmung auf den Frühling, der nun hoffentlich bald definitiv Einzug halten wird.

 

Photos/ Text: Suse Fritzenschaft

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